top of page

810 Millionen Nutzer. Und Ihre Marke ist in keiner einzigen Antwort.

  • Rainer Leithner
  • 4 hours ago
  • 3 min read

KI-Suchsysteme wie ChatGPT, Gemini und Perplexity haben das Suchverhalten von Millionen Konsumenten verändert – still, schnell und mit weitreichenden Konsequenzen für CHC-Marken.


Die Veränderung kam nicht mit einer Pressemitteilung. Sie kam mit einer Gewohnheit. Millionen von Konsumenten öffnen heute keine Suchmaschine mehr, wenn sie eine Gesundheitsfrage haben – sie fragen ChatGPT, Perplexity oder den Google AI Overview. Die Antwort kommt sofort, klingt kompetent, und sie klicken auf nichts weiter. Die Recherche ist damit oft abgeschlossen – bevor eine einzige Website besucht wurde.


Für Marketingteams im Consumer-Healthcare-Bereich bedeutet das: Ein zentraler Teil der Kaufentscheidungsvorbereitung findet in einem Kanal statt, den die wenigsten bislang systematisch beobachten, geschweige denn aktiv gestalten. Das ist kein Randphänomen mehr. Es ist der neue Normalzustand.


810 Mio.

tägliche ChatGPT-Nutzer weltweit (Anfang 2026)

1,5 Mrd.

monatliche Nutzer von Google AI Overviews

–25 %

weniger traditionelle Suchanfragen bis 2026 (Gartner-Prognose)


Das Ende des klassischen SEO-Denkens


Jahrelang lautete die Logik: Rang 1 bei Google gleich Sichtbarkeit gleich Umsatz. Diese Gleichung funktioniert noch – aber sie gilt für einen schrumpfenden Teil der Suchrealität. Rund 93 % aller KI-Suchsitzungen enden heute ohne einen einzigen Website-Klick. Die Antwort wird direkt in der KI-Oberfläche konsumiert, die Recherche ist abgeschlossen, bevor der Nutzer je eine Website gesehen hat.


Google AI Overviews sind mittlerweile in über 25 % aller Google-Suchanfragen präsent (Stand März 2026, Analyse von 21,9 Millionen Queries). Und sie verändern das Klickverhalten massiv: AI Overviews reduzieren die Klickrate zur erstplatzierten organischen Seite um 58 %. Wer in diesen KI-generierten Zusammenfassungen nicht erscheint, verliert Sichtbarkeit – unabhängig davon, wie viel Budget in klassische SEO-Maßnahmen geflossen ist.



„Wer in KI-Antworten nicht erscheint, existiert für Millionen Kunden schlicht nicht – egal wie gut das Google-Ranking ist.“

OTC-CUBE BRANDTELLIGENCE


Zitate sind die neue Währung der Autorität


Was entscheidet also, ob eine Marke in KI-Antworten auftaucht? Erstmals gibt es belastbare Daten. Eine Studie von SE Ranking analysierte 2,3 Millionen Webseiten und identifizierte die stärksten Einflussfaktoren auf KI-Zitierungen. Das Ergebnis ist eindeutig: Domain-Traffic ist der wichtigste Einzelfaktor. Seiten mit hohem Traffic erhalten dreimal so viele Erwähnungen in KI-Antworten wie schwächer frequentierte Seiten.


Für OTC- und CHC-Marken hat das direkte Konsequenzen: Produktseiten, Fachinhalte und Apotheken-Listings, die nicht regelmäßig aktualisiert werden und keine strukturierten Informationen bieten, werden von KI-Systemen systematisch übergangen. Wettbewerber, die diesen Zusammenhang verstehen und ihre Inhalte entsprechend aufbereiten, gewinnen dauerhaft Sichtbarkeit – auch ohne mehr Budget in klassische Werbung zu investieren.


Die unterschätzte Komplexität: Jede KI-Plattform bewertet anders


Wer glaubt, KI-Sichtbarkeit sei ein einheitlicher Wert, unterschätzt die neue Realität erheblich. Neue Daten aus dem März 2026 zeigen ein überraschendes Ausmaß an Fragmentierung: Dieselbe Marke kann zwischen verschiedenen KI-Plattformen eine bis zu 615-fache Differenz in der Zitierungshäufigkeit aufweisen – gemessen zwischen Grok und Claude.


ChatGPT, Gemini, Claude, Perplexity und Grok folgen jeweils eigenen Algorithmen, gewichten Quellen unterschiedlich und haben ausgeprägte Sentiment-Profile. Was auf einer Plattform als vertrauenswürdige Quelle gilt, kann auf einer anderen vollständig ignoriert werden. Zusätzlich variiert KI-Sichtbarkeit geografisch um den Faktor 2,8 – besonders relevant für europäische CHC-Marken mit Präsenz in mehreren Märkten. Und: Innerhalb von nur fünf Wochen können Marken bis zu 36 % ihrer KI-Sichtbarkeit verlieren – ohne jede sichtbare externe Ursache.


Was klassisches Monitoring nicht sieht


  • Zitierungsvolumen variiert bis zu 615× zwischen verschiedenen KI-Plattformen (Superlines, März 2026)

  • KI-Sichtbarkeit schwankt geografisch um den Faktor 2,8× – kritisch für europaweite Marken

  • In 5 Wochen können Marken bis zu 36 % ihrer KI-Sichtbarkeit verlieren

  • „Ghost Citations“: KI verlinkt auf eine Website, nennt den Markennamen aber nicht – im klassischen Monitoring unsichtbar

  • Jede Plattform hat ein eigenes Sentiment-Profil – positiv auf einer, neutral oder absent auf einer anderen


Die Konsequenz: Multi-Plattform-Tracking ist keine optionale Ergänzung mehr. Es ist die Grundvoraussetzung für jedes Unternehmen, das seine digitale Markenpräsenz im Jahr 2026 ernsthaft steuern will.



 
 
 

See for yourself.

More OTC Cube

Don't miss any updates

Danke für's Abonnieren!

bottom of page